Jeder von uns hat sie, zumindest eine kleine aus Kindertagen. Sie erinnert uns meist – im wahrsten Sinne des Wortes – an einschneidende Erlebnisse: die Narbe auf der Haut. Doch wie entsteht sie überhaupt?

Es wächst zusammen was zusammengehört

Bei einer Verletzung der Haut oder bei einer Operation werden die Hautschichten bis auf die Blutgefäße durchtrennt. Der Körper tut dann alles, um diesen Cut in seiner Hülle zu schließen und beginnt mit der Bildung von Narbengewebe. Das ist festes Bindegewebe welches in der Regel nicht so flexibel und weich ist, wie die Haut selber. Das Narbengewebe hat meist auch eine hellere Farbe als die umliegende Haut, es enthält weder Schweiß noch Talgdrüsen und keine Haarwurzeln.

In drei Schritten zur Narbe

Die Narbe ist der letzte Schritt einer Wundheilung: Ist die Haut verletzt, setzt eine Entzündung ein. Das heißt, der Körper durchblutet die Stelle besonders stark, um nun dringend gebrauchte Stoffe dorthin zu transportieren und diese, die nicht erwünscht sind, loszuwerden. Dann beginnt er mit der Reparatur und der Wiederaufbauphase. Die Narbenbildung kann bis zu zwei Jahren dauern. Wenn man früh genug damit anfängt und das Narbengewebe entsprechend pflegt, kann man den Verlauf und das endgültige Erscheinungsbild der Narbe positiv beeinflussen.

Schöne Erinnerung oder hässlich?

Apropos Erscheinungsbild: Ob man eine Narbe schön findet oder sie lieber verstecken will, kommt oft auf das Ereignis an, bei der sie entstanden ist und an welcher Stelle sie den Körper zeichnet. Viele Menschen empfinden nach einigen Jahren eine Narbe als Teil von sich und „tragen“ sie ganz selbstbewusst. Andere versuchen sie zu verstecken oder schämen sich sogar. Man sollte immer daran denken, dass eine Narbe ein Zeichen dafür ist, was unser Körper für wundervolle Selbstheilungskräfte besitzt, die wie wo es nur geht unterstützen sollten.