Schön von innen mit Silicium | Stephanie Grupe
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Stephanie Grupe

Natürlich bin ich schön!

Interview mit Stephanie Grupe

Stephanie Grupe

Ich heiße Stephanie Grupe und rein offiziell und auf dem Papier bin ich 54 Jahre alt. Gefühlt habe ich die 40 Jahre nie überschritten. Ich bin geborene Münchnerin und hauptberuflich als Public Relations Managerin aktiv. Als PR-Profi wusste ich natürlich um das Potential von Blogs recht früh Bescheid. Und ich erkannte, dass ein Blog für mich ideal ist, um meine Leidenschaft für Mode, Kunst und Design auszuleben. Als ich die Modeflüsterin vor fünf Jahren schließlich ins Leben rief, wollte ich meine Mode-Erfahrungen mit gleichaltrigen, gleichgesinnten Frauen teilen. Aber vor allem wollte ich auch dem Jugend- und Schlankheitswahn in unserer Gesellschaft etwas entgegensetzen.

 

Wie definierst du natürliche Schönheit?

Natürliche Schönheit ist für mich zu allererst das Gegenteil von künstlicher Schönheit. Wir leben ja in einer Zeit, in der ein unglaublich künstliches Schönheitsideal zelebriert wird – dank Photoshop, Instagram-Filtern und einer vermeintlichen „Reality“ Show in den sozialen Medien. Vieles von dem, was wir heute konsumieren, sind geschönte Ausschnitte einer Realität, die gar keine ist. Sogar die Stars der Oscar-Verleihung sehen in echt gar nicht so aus, wie sie auf dem roten Teppich aussehen…

Natürliche Schönheit hingegen ist wahrhaftig und kommt im ganz realen Alltag vor. Das ist Schönheit, die man auch hat, wenn man gerade ungeschminkt die Waschmaschine ausräumt oder den Abfall rausbringt. Das sind ästhetische Bewegungen, individuelle Gestik und Mimik, echte Reaktionen, ein ungekünsteltes Lächeln, ehrliche Gefühle, Zuwendung und Hingabe. Das ist Lachen, Weinen und Leidenschaft, die von innen kommen – spontan aus der Situation heraus.

Natürlich schön ist für mich ein Mensch, der authentisch ist und sein Leben aktiv gestaltet, mit viel Liebe, Mitgefühl und Respekt für andere Menschen. Natürliche Schönheit kommt immer von innen und strahlt nach außen.

 

Was findest du an anderen Frauen schön?

Da gibt es unglaublich Vieles. Eigentlich hat jede Frau, die ich kenne, eine ganz eigene Schönheit.

Äußerlich gesehen ist es manchmal eine bestimmte Körperhaltung, manchmal ein bestimmter Blick. Bei der einen Frau sind es die kleinen Gesten, die sie mit ihren Händen macht, bei einer anderen, wie sie ihre Hüften beim Gehen wiegt. Die eine hat sagenhaft sinnliche Lippen, die andere so wunderschöne Fußgelenke, dass man niederknien möchte. Diese vielen, ganz individuellen Kleinigkeiten ergeben zusammen mit der inneren Haltung und Persönlichkeit einer Frau ein einzigartiges, harmonisches Zusammenspiel von innerer und äußerer Schönheit.

Da ich sehr gerne weibliche Portraits und Akte male, habe ich das genaue Hinsehen gelernt – und zwar jenseits von gängigen Schönheitsidealen. Wenn man Frauen künstlerisch betrachtet, sind es die schön geschwungenen Linien, die sinnlichen Wölbungen und weichen Hügel zusammen mit er ein oder anderen kantigen, stolzen Erhebung, die ein interessantes Bild ergeben.

Die besten Gemälde von Frauen sind nicht diejenigen, die eine glatte Schönheit zeigen, sondern diejenigen, die hinter der mehr oder weniger ästhetisch dargestellten Fassade eine interessante Persönlichkeit mit Brüchen und Tiefen vermuten lassen. Mit Mode und Beauty malen wir die Fassade und schüren die Faszination für die Geheimnisse, die dahinter zu erahnen sind. Schönheit hat für mich immer Tiefe – seelische, geistige und charakterliche.

 

Was konntest du früher gar nicht an dir leiden?

Das ist schwer zu beantworten, da ich ja durch den Leistungssport schon immer eine recht natürliche Einstellung zu meinem Körper hatte. Und glücklicherweise bin ich in einem Umfeld aufgewachsen, in dem es keinen Schönheitsdruck von außen gab, wie dies bei heutigen jungen Mädchen der Fall ist. Wir haben damals den Wettbewerb auf dem Tennisplatz ausgetragen und nicht vor dem Spiegel.

Es war eher meine Schüchternheit und die Unsicherheit in Teenagerjahren, die sich für mich manchmal irgendwie ungelenk anfühlten. Was macht man mit den langen Armen, wenn man irgendwo in einer Gruppe steht? Wie betritt man ein Restaurant oder eine Bar und geht zum Tisch, wenn alle Blicke auf einen gerichtet sind? Ohne die Souveränität der Reife sind solche Unsicherheiten körperlich spürbar. Kein schönes Gefühl!

 

Was findest du heute ganz wunderbar an dir?

Genau jene Souveränität und Gelassenheit, die das reifere Alter mit sich bringt, liebe ich. Ich bin heute ausgeglichener denn je und ruhe in mir. Ich bin die meiste Zeit ganz ich selbst und völlig authentisch – beruflich wie privat. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, wenn dann nur mir selbst. Ich erlaube mir, Fehler zu machen, nicht perfekt sein zu müssen. Das alles zusammen gibt mir eine Freiheit, die ich nicht mehr missen möchte.

Und wenn die Gefühle mal wieder in Aufruhr sind, nicht alles glatt läuft und ich wieder einmal einen neuen Beweis dafür entdecke, dass mein Körper langsam altert, weiß ich heute, dass dies einfach zum Leben gehört. Denn wenn das alles einmal aufhören würde, dann wäre ich entweder tot oder eine lebendige Mumie – ohne Lebenslust, ohne kleine Laster, ohne Engagement, ohne Ziele, ohne Neugierde und ohne echte Leidenschaft. Aber all das macht mich als Mensch aus. Und das liebe ich an mir.

 

Welchen Tipp hast du für Frauen, die sich selbst nicht als schön empfinden?

Eine Frau, die sich nicht schön findet, sollte Folgendes probieren:

Erstens: Sie sollte erkennen, dass diese Annahme rein objektiv und grundsätzlich immer falsch ist. Denn Schönheit ist relativ und liegt im Auge des Betrachters. Je nachdem, in welcher Kultur sie welchen Menschen fragen würde, ob sie schön sei: Jeder würde ihr eine andere Antwort geben. Und für wirklich jeden Typ Frau gibt es irgendwo den Betrachter, der genau das schön findet, was diese Frau quasi als Gesamtpaket ausmacht.

Zweitens: Sie muss aufhören, sich zu vergleichen. Wer sich mit anderen oder gar mit den in den Medien gezeigten Frauen vergleicht, kann nur verlieren – oder hat schon verloren. Diesen Vergleich hält niemand aus. Wirklich niemand. Nicht einmal die abgebildeten Stars oder Models. Es gibt immer jemanden, der vermeintlich schöner, reicher, talentierter, erfolgreicher, charmanter, begehrter ist. Immer. Solche Vergleiche führen zu gar nichts, außer zu Neid und Minderwertigkeitsgefühlen. Es ist viel besser, den Blick auf seine eigenen Stärken, Wünsche und Talente zu richten und seine ureigene Vision vom besten Ich zu entwickeln. Und konsequent zu verfolgen.

Drittens: Sie sollte aufhören, perfekt sein zu wollen. Und anfangen, die perfekteste Version ihres eigenen unperfekten, einzigartigen Wesens zu werden. Mit einem wunderbar unperfekten Körper und einem faszinierenden Charakter mit Ecken und Kanten. Aber mit einem riesigen Herzen.

Viertens: Sie sollte eine wirklich gute Freundin bitten, mindestens 20 typische, innere wie äußere Eigenschaften aufzuzählen, die sie an ihr absolut schön, begehrenswert, wundervoll und einzigartig findet.

Fünftens: Sie sollte ihrer Freundin einfach mal glauben.

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