Mittlerweile kann man auf vielen Verpackungen von Haarpflegemitteln den Hinweis „ohne Silikone“ lesen.  Aber warum spielt diese Info überhaupt eine Rolle und was genau sind eigentlich Silikone?

Silikone sind eng aneinandergeschmiegte, elastische Molekülketten oder -Netze – heute vielen vor allem als Kunststoff bekannt. In Bezug auf die Haarpflege haben Silikone ihre Bekanntheit durch die Erfindung von „2-in1-Shampoos“ bekommen. Sie sollen sich um das Haar legen und es so schützen. Zudem soll die Mähne durch Silikone in einem gepflegten Glanz erstrahlen und gesund und stark aussehen.

Ganz falsch sind diese Aussagen nicht. Es stimmt tatsächlich, dass sich die Silikone wie ein Mantel um das Haar legen. Das kann – je nach Haar-Typ – allerdings weniger schöne Effekte haben: Die Haare können verkleben und schwer, glanzlos und brüchig, werden. Außerdem können sie die Kopfhaut reizen und dort Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung verursachen.

Welche Arten von Silikonen gibt es?

Man kann Silikone in unterschiedliche Gruppen einteilen. Zum einen gibt es wasserlösliche und wasserunlösliche Molekülketten, wobei letztere wesentlich schädlicher sind. Denn ihr Film legt sich für bis zu sechs Haarwäschen um die Haare und macht Pflegestoffen den Weg somit unzugänglich. Neben der Wasserlöslichkeit unterscheidet man zwischen drei Silikon-Gruppen, welche auch in Kombination eingesetzt werden:

Silikon-Tenside kommen vorrangig in Shampoos und Conditionern vor. Sie machen Haare geschmeidig und besser kämmbar.

Silikonöle werden in Haarsprays, Haarkuren, aber auch in Nagellack eingesetzt. Sie sorgen z.B. dafür, dass der Lack nicht spröde wird und dass aufgesplittete Haarspitzen wieder verschlossen werden.

Silikon-Polymere reagieren mit der Haaroberfläche, docken sich dort an und schmiegen sich um das Haar. Sie kommen überwiegend in Kombinationspräparaten wie 2-in-1-Shampoos vor.  

Besser auf Silikone verzichten?

Auch wenn Silikone in der Haarpflege umstritten sind:  Eine eindeutige Entscheidung, ob sie gut oder schlecht für die Haare sind, gibt es nicht. Vielmehr kommt es darauf an, welche Art von Silikonen enthalten sind und welche Struktur bzw. welches Pflegebedürfnis die eigenen Haare haben. Wer feines, schnell nachfettendes Haar hat, sollte besser auf Alternativen umsteigen. Dickes, schwer kämmbares Haar kann jedoch von den Eigenschaften der Silikone profitieren.

Bei silikonfreier Haarpflege ist ebenfalls Vorsicht geboten, da sie durchaus andere schädliche (Reinigungs-) Substanzen enthalten können. Um die Haare möglichst schonend zu pflegen, sollte man beim Kauf von Shampoo, Spülung und Co. auf diese Inhaltsstoffe verzichten:

Sulfate wie SLES, Sodium­Lauryl­Sulfat, Sodium­Laureth­Sulfat, Natrium­Alkyloxysulfu­ proteinen ricum, Natriumdodecylpoly
(oxyethylen)sulfat, Natriumlaurethsulfat und Natriumlaurylethersulfat.

Polyethyenglykol (PEG) wie Laureth, Ceteareth­15 sowie alle Begriffe, die „PEG“ enthalten

Parabene wie Butyl­, Ethyl­, Methyl­ oder Propylparaben

Silikone wie Dimethicone, Cetearyl Methicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimethicone, Cetyl Dimethicone

Übrigens: Die Anordnung der genannten Silikone auf der Flasche erfolgt nach der enthaltenen Menge – Je weiter oben ein Silikon sich in der Aufzählung befindet, desto mehr ist davon enthalten.